Ein Wochenende in… London

London. In keiner anderen europäischen Stadt war ich so oft, ohne wirklich dort gewesen zu sein. Viele Unternehmen haben ihren Haupt- oder Europasitz in London, so auch mein vorheriger Arbeitgeber Air New Zealand und mein jetziger STA Travel. Das heißt, ich bin oft morgens (gerne auch schon um die schmerzhafte Uhrzeit 7.25 Uhr) hingeflogen und abends wieder zurück. Also habe ich nicht viel mehr mitbekommen, als das allseits bekannte „mind the gap“ in der U-Bahn und die überraschende Erkenntnis, dass Engländerinnen gerne schon bei 10° Grad und im Februar Flip Flops tragen und das keiner komisch findet.

Das erste und letzte Mal privat in London war ich vor ca. 17 Jahren auf einer Klassenfahrt. Das wenige, was hängen blieb, war das bunte Treiben und die Straßenkünstler (sogar inklusive Jon Bon Jovi) in Covent Garden. Da ich gerne mein Bild von London etwas erweitern wollte, flog ich an einem Wochenende in Juli in die Großbritannische Metropole.

Hier meine Tipps, für alle, die auch gerne eine Städtereise nach London machen möchten.

Anreise:

 

Hoteltipp:

umi
16 Leinster Square
London, W2 4PR
ab € 56 im Doppelzimmer – zur Hotelbuchung…

Freitag

Nachmittag
Um zum Hotel umi zu kommen, nehmt ihr vom Terminal 5 die Piccadilly Line. Günstig und superpraktisch für das gesamte öffentliche Verkehrsnetz ist die Oyster Card. Umsteigen am Earls Court und dann mit der District Line nach Bayswater.

Vom Hyde Park dann am besten weiter mit dem Linien-Doppeldeckerbus (Linie 390 bis Goodge Street). Es ist herrlich, von oben das bunte Treiben auf der Oxford Street zu beobachten (zum Shoppen müsstet ihr euch hier ins Getümmel stürzen).

Wir gehen am British Museum vorbei zum Covent Garden. Einer Ecke, die sich in den letzten 17 Jahren ganz schön verändert hat. Viele kleine Geschäfte mit Kleidung und kunsthandwerklichen Dingen. Aber die Straßenkünstler sind weiterhin da. Auf Einrädern balancierende Jungs, die obendrauf noch mit Säbeln jonglieren und nebenbei noch einen Apfel essen. Wunderbar.

Covent Garden

Abend
Zum Abendessen geht’s in einen typischen Pub, wir waren im Salisbury. Dort gibt es Fish´n Chips und das in London wohl typische Sommergetränk für Freitagabende: A Jug of Pimm´s, ein erfrischendes und ordentlich alkoholhaltiges Getränk mit Gin.

Danach noch einen Absacker im Le Beaujolais, einer Weinkneipe mit Krawatten und bizarrerweise Bierkrügen an der Decke. Dekorativ, kommunikativ, gemütlich, international, unaufdringlich. Aus verlässlichen Quellen hörte ich, dass sogar Geri Halliwell gerne mal hier verweilt.

Samstag

Morgen
Um uns für den zweiten Tag unserer London-Städtereise zu stärken gehen wir erstmal frühstücken: Am besten in einem kleinen Cafe auf dem Queensway, wir waren beim Libanesen: herrlich süße Backwaren und guter Mokka-Kaffee.

Vormittags
An einem sonnigen Samstag empfiehlt es sich, in die grüne Lunge Londons an den Stadtrand zu fahren. Uns zog es nach Kew Gardens mit seinem Botanischen Garten und dem angrenzenden Stadtteil Richmond, an der Themse, ca. 20 km südwestlich von London. Mit London Underground, der District Line bis Kew Garden / Richmond.

Kew Gardens ist nicht nur ein riesengroßer Botanischer Garten, sondern verfügt über die grösste botanische Sammlung der Welt und ist Weltkulturerbestätte. Der Eintritt für Erwachsene kostet £13.50. Im Sommer kann man sich an Jazz-Konzerten erfreuen. Highlight für mich waren jedoch die Gewächshäuser aus dem 19. Jahrhundert. Unmengen an gekrümmten Glasscheiben, über weiße, verzierte, schmiedeiserne Wendeltreppen erreicht man den Balkon und hat den Blick von oben auf das Grün aus aller Welt. Ein unvergleichlicher Flair. Wildromantisch ist auch das liebliche Seerosenhaus aus dem Jahr 1852.

Seerosenhaus in Kew Garden

Nur für schwindelfreie ist der „Treetop Walkway“ bei dem man auf 18 Metern Höhe einen wunderbaren Blick z.B. auf die Gewächshäuser hat und man Bäume ausnahmsweise mal nicht von unten betrachtet

Mittag
Sandwiches für den kleinen Hunger oder Salate gibt es in der eleganten Orangerie, mitten im Park.

Nachmittag
Mit dem Linien-Doppeldeckerbus geht es weiter nach Richmond. Jahrhunderte voller Geschichte, herrliche Ausblicke, tolle georgianische Architektur und die bezaubernde Flussbiegung machen diesen Ort so besonders. An diesen Teil der Themse verirren sich nicht so viele Touristen.

Am Ufer der Themse in Richmond

Wer wie ich alte Friedhöfe mag, der wird St. Peter´s Church und den dahinter gelegenen Friedhof mit seinen uralten, verfallenen, schiefen Grabsteinen und die mystische Atmosphäre lieben.

Friedhof hinter der St. Peter´s Church

Von hier ging es in den Richmond Park, mit mehr als 1000 ha der größte Stadtpark Europas. Um 15 Uhr ist die perfekte Zeit für eine Teepause mit einem ofenwarmen Scone in der Pembroke Lodge.

Abend
Beim Abendessen im Pub White Cross direkt am Fluss kommt man schnell mit netten Einheimischen ins Gespräch. Empfehlenswert: Der White Cross Rindfleischburger mit Chips (£9.25) oder der Homemade Puff Pastry Pie des Tages (£9.75) und dazu ein (oder ein paar mehr) Bier.

Sonntag

Morgen
Heute Morgen fahren wir ins East End. Erstes Ziel der Old Spitalfields Market, einem der wohl bekanntesten Märkte Londons. Hier findet man Lederwaren, Möbel, Stoffe, Klamotten und Schmuck von jungen Designern sowie diverse Kunst. Achtung: Samstags ist der Markt geschlossen. In einer Ecke des Marktes gibt es Essensstände aus der ganzen Welt, da kann man sich internationale Köstlichkeiten aussuchen. Dann geht’s weiter in die Brick Lane, auf der Sonntags auch Markt ist. Eine einzigartige Atmosphäre: Weltstadt, Metropole, Avantgarde, Individualismus, Kreativität, Unkonventionalität (ja, das Wort gibt´s!) pur. An der Brick Lane gibt es ein indisches Restaurant neben dem anderen, mit dem besten Essen ausserhalb original Indiens.

Old Spitalfields Market

Old Spitalfields Market

Mittag
Nach dem ganzen Market-Shopping fahren wir mit der DLR über die Docklands nach Greenwich. Greenwich ist ein super süßer Stadtteil mit einem riesigen Park, der sich für ein spontanes ein Lunch-Picknick eignet (wir haben uns im Marks&Spencer food mit Sandwhiches und Salat eingedeckt). Hier hat man eine sensationellen Aussicht auf das National Maritime Museum, die Hochhäuser der Isle of Dogs, der O2 Arena und die Stadt.

Nachmittag
Ein bisschen Kultur? Dann ab ins National Maritime Museum (übrigens wie die meisten Museen in England kostenfrei). Hier erfährt man einiges über die britische Seefahrernation und das maritime London.

Danach geht es zurück in Richtung Stadt und zwar mit einer Fähre der Gesellschaft „Thames Clippers“ (GBP 4,80). Wir fuhren bis zur Station Waterloo. Das London Eye (GBP 18 ) kann man meiner Meinung nach ganz entspannt links liegen lassen. Denn auch von hier unten hat man einen tollen Blick auf ein weiteres Wahrzeichen von London: Big Ben. Hier endete unser Wochenende in London – ab zum Flughafen und zurück nach Frankfurt.

Parliament und Big Ben

Nach so vielen tollen Eindrücken bin ich mir sicher, dass es nicht wieder 17 Jahre dauert, bis ich die Stadt an der Themse wieder einmal besuche!

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1 Kommentar

  1. Ana Keth 27. August 2010 at 22:10

    Super interessanter Beitrag…will wieder nach London!!!
    Der White Cross Rindfleischburger mit Chips für (£9.25) hört sich aber wirklich lecker an:-)

    LG aus Darmstadt

Kommentare

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