Ozeanien

Neuseeland – Tongariro Alpine Crossing

Von Die STA Travel Reiseexperten , 19. Juli 2019

Kia Ora! Für uns, Sevil, Travel Expert aus Münster, und Gesche, Travel Expert aus Bochum, ging es Anfang Mai in das Land der langen weißen Wolke – Neuseeland. Innerhalb von einer Woche erkundeten wir mit Kiwi Experience die Nordinsel, erlebten ein Abenteuer nach dem anderen und verließen nicht nur einmal unsere Komfortzone. Dazu gehörte die Wanderung des Tongariro Alpine Crossing. Im Tongariro-Nationalpark wurden Teile der Herr der Ringe-Filme gedreht. Ihr könnt auf dem Weg also den Schicksalsberg und andere Teile von Mordor bestaunen.

How to: Durch Mordor zum Schicksalsberg

Der Trail

Wir wurden morgens um kurz nach 5 Uhr in Taupo an unserem Hostel von einem Shuttle abgeholt und sind ca. 90 Minuten zum Startpunkt gefahren. Der Shuttle hat uns dann am Zielpunkt auch wieder eingesammelt und zurückgebracht. Das Tongariro Alpine Crossing beginnt an der Mangatepopo Road. Die erste Etappe führt an den Wasserfällen Soda Springs vorbei über das „Treppenhaus des Teufels“, einem steilen Anstieg, zum South Crater. Wenn ihr nicht mehr könnt oder das Wetter umschlägt, solltet ihr vor den Treppen umkehren. Danach folgt ein entspannter Spaziergang zum Fuße des Red Crater Ridge. Der zweite steile Aufstieg erfolgt über Schotter entlang des Berges, belohnt aber mit einem Panoramablick über die Emerald Lakes, den Blue Lake, den South Crater, den Ngauruhoe, Tongariro und Mount Ruhapehu. Es folgt ein spaßiger, aber anstrengender Abstieg zu den Emerald Lakes. Der Weg zum Blue Lake ist wieder recht entspannt mit einem kleinen Hügel. Von hier aus geht es fast nur noch bergab mit Blick auf den Lake Rotoaira und den Lake Taupo. Der Weg schlängelt sich am Berg entlang bis man einen Wald erreicht und dann ist es schon fast geschafft.

Neuseeland_Tongariro_Crossing

Neuseeland_Tongariro_Crossing

Nach 19,4 km habt ihr das Ziel erreicht und könnt im Schatten beim Ketetahi Car Park entspannen. Man muss kein Sportprofi sein, um diesen Trek zu laufen. Obwohl wir nicht regelmäßig Sport machen oder weite Distanzen laufen, haben wir die Strecke innerhalb von etwa 7 Stunden geschafft. Laut der Anzeigetafel am Start sollte man 8 bis 9 Stunden einplanen. Keine Frage, ihr werdet gefordert und kommt an eure Grenzen. Aber danach seid ihr stolz wie Bolle, dass ihr es geschafft habt. Tundra-Landschaften, riesige Vulkankrater, türkisblaue Seen, Lake Taupo im Hintergrund und zum Schluss ein Farnwald mit Fluss – es ist alles dabei. Gerade beim ersten Teil der Wanderung und beim South Crater mit direkten Blick auf den Schicksalsberg fühlten wir uns wie in Herr der Ringe und warteten nur darauf, dass der erste Ork um die Ecke kommt.

Neuseeland_Mount_NgauruhoeDer „Schicksalsberg“ Mount Ngauruhoe

Unsere Gruppe hat sich nach und nach je nach Tempo der einzelnen Personen in kleinere Grüppchen aufgeteilt. Gerade beim Treppenhaus des Teufels und der zweiten großen Steigung haben wir viele Verschnaufpausen eingelegt. Wenn ihr noch zu den Soda Streams wandert und mehr Pausen braucht, kann die Wanderung auch bis zu 10 Stunden dauern. Dann solltet ihr aber auf jeden Fall morgens den ersten Transfer zum Startpunkt nehmen, bzw. bei Sonnenaufgang starten, um alles zu schaffen.

Da die Krater der Vulkane Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu für die Maori heilig sind und zudem ein eigener Aufstieg sehr gefährlich wäre, dürft ihr diese nicht besteigen und solltet auf dem Hauptweg bleiben.

Neuseeland_Red-Crater

Der Red Crater

Welche Ausrüstung braucht man?

Wir hatten alle einen Tagesrucksack dabei. Sofern ihr nur die Tageswanderung macht, braucht ihr auch nicht mehr. Neben Proviant und Wasser sollte Sonnencreme nicht fehlen. Um den steilen Abstieg etwas entspannter zu gestalten, könnt ihr Wanderstöcke mitnehmen. Wenn Schnee liegt, solltet ihr auf jeden Fall Schuhe mit Klettereisen mitnehmen, bzw. direkt anziehen und euch vorher über die tagesaktuellen Gegebenheiten auf dem Trek informieren. Sofern kein Schnee liegt, könnt ihr euch alleine auf den Weg machen und braucht keinen Guide. Der Trek ist sehr gut ausgeschildert und markiert, sodass ihr euch eigentlich nicht verlaufen könnt.

Unterwegs gibt es fünf Toilettenhäuschen. Wir würden empfehlen, eigenes Toilettenpapier oder Taschentücher dabei zu haben, falls dort keines vorhanden ist. Außerdem gibt es keine Waschbecken, daher ist Desinfektionsgel ebenfalls empfehlenswert. Die Neuseeländer achten sehr darauf, ihr Land sauber zu halten. Da es unterwegs auf dem Weg keine Mülleimer gibt, solltet ihr am besten einen Müllbeutel für eure Abfälle mitnehmen. Eure Verpflegung für den Tag solltet ihr im Rucksack parat haben. Unterwegs gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten. Unsere Wahl fiel auf Müsliriegel, Äpfel, Bananen, eine Gurke und Schokolade. Gerade nach den zwei steilsten Aufstiegen war die Schokolade als Nervennahrung eine sehr willkommene Belohnung. In den Sommermonaten von November bis März würden wir vielleicht eher auf Traubenzucker oder Ähnliches zurückgreifen, da die Schokolade dann schmelzen kann. Zwei bis drei Liter Wasser solltet ihr außerdem pro Person einplanen.

Wie sind die Wetterbedingungen und was sollte man anziehen?

Da Neuseeland auf der Südhalbkugel liegt, sind die Jahreszeiten umgekehrt. Im herbstlichen Mai ist es daher morgens noch recht kalt, wodurch der Zwiebellook sinnvoll ist. Trotz strahlend blauem Himmel kann es auf den Höhen und durch den Wind recht kühl werden. Die Outfits der anderen Wanderer variierten von kurzer Hose und T-Shirt bis hin zu warm eingepackt mit Mütze. Generell gilt aber: So bequem und angenehm wie möglich. Ob richtige Wanderhose, Leggings oder Shorts, das ist jedem selbst überlassen. Wir empfehlen auf jeden Fall, sich vorher den Wetterbericht anzuschauen oder zumindest im Hostel nachzufragen, wie das Wetter werden soll. Was das Schuhwerk angeht, empfehlen wir Schuhe mit einem vernünftigen Profil. Normale Sneaker gehen auch, aber gerade der zweite Aufstieg zum Red Crater und der anschließende Abstieg könnte zur Rutschpartie werden – ja, wir haben da Erfahrung!

Das Wetter kann sich jederzeit verändern, daher solltet ihr gut vorbereitet sein. Es kann morgens frostig und nebelig sein, gegen Mittag aber warm werden mit strahlendem Sonnenschein. Eine Regenjacke und warme Klamotten sollten auf jeden Fall angezogen oder eingepackt werden. Je nach Saison sind viele oder eben weniger Touristen unterwegs. Wir waren in der Nebensaison da und so kamen uns nicht allzu viele andere Wanderer entgegen. Im Sommer kann es jedoch auf der Wanderstrecke recht voll werden.

Das ist uns besonders in Erinnerung geblieben

Unsere abschließenden Tipps sind: genießt die Wanderung, geht in eurem eigenen Tempo, lasst die Zeit jedoch nicht außer Acht. Gerade wenn ihr den Shuttle Service gebucht habt, solltet ihr bis spätestens um 16 Uhr am Ziel sein. Wir empfehlen den Start an der Mangatepopo Road. Ihr könnt die Wanderung auch umgekehrt machen, allerdings müsst ihr dabei zusätzliche Höhenmeter einplanen und habt einen sehr langen Anstieg direkt zu Beginn der Wanderung.

Wer Herr der Ringe kennt, weiß, dass der Schicksalsberg mitten in Mordor liegt und eine große Rolle in der Trilogie spielt. Der Vulkan Ngauruhoe wurde von den Produzenten als Schicksalsberg auserkoren. Viele Szenen rund um Mordor wurden hier gedreht und es ist kein Wunder, warum. Die Landschaft, die Treppen und die Aussicht sprechen für sich. Uns ist alles in Erinnerungen geblieben. Wenn wir uns die Bilder anschauen und an den Tag zurückdenken, sind wir unheimlich glücklich, die Wanderung gemeistert zu haben. Zwischendurch haben wir geflucht oder mussten uns gegenseitig vom Weg ablenken, weil alles wehtat, aber die Aussichten und diese friedvolle Landschaft machen einfach alles wett. Für Tolkien-Fans, aber auch für alle Neuseeland-Reisenden, ein absolutes Must Do.

Neuseeland_Emerald-Lakes

Die Emerald Lakes

Neuseeland_Lake-Rotoaira_Lake-Taupo

Blick auf Lake Rotoaira und Lake Taupo

Unser Besuch bei einem Naturschutz-Projekt

Wie wir bereits erwähnt haben, ist es wichtig, dass Wanderer ihren Müll nicht liegen lassen. Die Landschaft, die ihr während der Wanderung genießt, ist auch deswegen so toll, da ihr nicht auf Müllberge stoßt. Nehmt bitte eine Mülltüte mit und sammelt darin eure Abfälle, die während des Tages anfallen. Außerdem tut ihr euch und der Natur einen Gefallen, wenn ihr fremden Müll gleich mit einsammelt. Einen genaueren Einblick zum Naturschutz haben wir bei unserem Besuch des Conservation Volunteers New Zealand House in Auckland bekommen. Hier kommen einige unserer Teilnehmer für die Freiwilligenprojekte her, die wir anbieten. Die Organisation wurde zuerst in 1982 in Australien gegründet. 2006 kam sie dann auch nach Neuseeland. Die Vision hinter der Organisation ist, Menschen durch Projekte die Natur näher zu bringen und somit Veränderungen zu inspirieren. Durch die Projekte wurden in Neuseeland in den letzten Jahren 2,5 Millionen heimische Bäume gepflanzt, 1 Million heimische Pflanzen angebaut, 10.000 Hektar Unkraut entfernt und 30.000 Kilo Müll gesammelt.

Neuseeland_Conservation_Volunteers

Clair, die Managerin von Conservation Volunteers New Zealand in Auckland, hat uns zudem darüber informiert, dass man auch an Tagesausflügen teilnehmen kann. Wenn also ein Freiwilligenprojekt über mehrere Wochen nicht so euer Ding ist, könnt ihr auch nur einen Tag lang mit einer kleinen Gruppe am Strand Müll sammeln, Unkraut jäten, Bäume pflanzen, in einer Baumschule helfen und vieles mehr. Weitere Informationen findet ihr auch hier: www.conservationvolunteers.co.nz

Lest weiter: „Abenteuer auf Neuseelands Nordinsel – Das solltet ihr nicht verpassen

Lest weiter: „Manaakitanga: die Gastfreundschaft Neuseelands und weitere Erlebnisse

Lest weiter: „Eine Reise durch Neuseeland – Eure Fragen

Auch euch hat das Neuseeland-Fieber gepackt? Worauf wartet ihr dann noch? Hier findet ihr günstige Flüge ins Land der langen weißen Wolke und hier spannende Erlebnisreisen.

Kommentare sind geschlossen.