Nordamerika

USA – Unterwegs in Louisiana

Von Sarah Lemmen , 19. Dezember 2017

Louisiana und die Hauptstadt New Orleans sind bestimmt nicht auf jedermanns Liste für einen USA Roadtrip. Ein Grund mehr für mich, Louisiana als erstes Ziel meiner ersten Reise in die USA zu setzen 😊!

Louisiana  – Zwischen Jazz und Sümpfen im Bayou State

Ich wusste schon als Kind, als ich den Song „City of New Orleans“ von John Denver rauf und runter gehört habe, dass ich mir diese Stadt mal ansehen sollte. Ein bisschen abgehalten haben mich früher die schlechten Flugverbindungen. Mittlerweile kann man aber von Frankfurt sogar direkt fliegen oder einen Zwischenstopp in London in Kauf nehmen. Damit ist man sehr schnell im Pelican State, wie Louisiana wegen des Wappentiers auch genannt wird.

In New Orleans

Als ich in New Orleans aus dem Flieger stieg, merkte ich schon, wie feucht und schwül die Luft war. Auf dem Weg zum „besten Hostel der USA“ konnte ich in der Dämmerung bereits einen kurzen Blick auf die Sümpfe und den Superdome erhaschen.

Gewohnt wie bei Mutti habe ich im „Auberge Nouvelle Hostel“ an der Grenze zum Garden District. Das Hostel sieht aus wie aus einem typisch amerikanischem Film: ein Häuschen mit einer Holzfassade, ausgestattet mit Küche, zwei Badezimmern, einem Wohnzimmer, Hinterhof und Küche. Es mag vielleicht nicht das günstigste Hostel in New Orleans sein, aber es wurde mehrfach ausgezeichnet und war für mich das beste Hostel, in  dem ich je bisher übernachtet habe.

Binnen 20 Minuten ist man mit der unter UNESCO Welterbe stehenden Cable Car in der Stadtmitte, der Canal Street. An dieser Hauptstraße entlang hangeln sich viele Geschäfte und Shopping Malls im „modernen“ New Orleans, abends leuchtet hier alles bunt auf. Egal wo man sich gerade befindet, der Jazz ist überall in der Stadt hör- und spürbar, an jeder Ecke und in vielen Bars und Restaurants gibt es authentische Südstaatenmusik. Und alle sind dazu richtig gut drauf. Die meisten Einheimischen machen allerdings hauptberuflich Musik, weshalb man guten Gewissens ein paar Scheinchen in deren Hut werfen kann.

Die besten Bars mit Live Musik liegen im French Quarter, zum Beispiel auf der Frenchmen Street oder der Bourbon Street. Mein Bartipp hier: das „Pat O‘ Briens“. Louisianas europäischer Einfluss ist im French Quarter unverkennbar und verleiht der Stadt einen ganz besonderen Charme.

Nicht nur Jazz liegt in New Orleans in der Luft. Als ich das erste Mal zum Jackson Square kam, um die bekannte St. Louis Cathedral zu besuchen, hörte ich Pfeiftöne – ich befand mich direkt am Ufer des Mississippi und der alte Raddampfer Natchez spielte ein paar nostalgische Melodien. Das alles erinnerte mich irgendwie an Tom Sawyer und Huckleberry Finn 😊.

Sümpfe & Plantagen

Außerhalb von New Orleans gibt es noch viel mehr zu entdecken! Auf einer Tour durch die vom Hurricane Katrina zerstörten Bezirke, fuhr ich auch über die Pontchartrain Brücke, die einst längste Brücke der Welt über den gleichnamigen See.

Um in das richtige „Bayou Country“ kennenzulernen, darf eine Sumpftour in Louisiana nicht fehlen. Ich habe mich für eine Tour auf einem kleineren Boot entschieden, damit ich den Alligatoren zum Streicheln nah sein konnte. Okay, ich gebe zu, der Respekt vor den Tieren war groß, also blieb es beim Füttern. Das Schöne an der Tour war, dass man neben den Alligatoren auch viele andere Tiere, wie Waschbären, Schlangen und Wildschweine sehen konnte und der Guide einem alles über die Sümpfe erzählen konnte.

Zu meinen absoluten Must-Dos gehört die Besichtigung von mindestens einer Plantage in Louisiana. Nicht nur, dass man sich in die Zeit der Sklaverei zurückversetzt fühlt, wenn man an den Baumwoll- und Zuckerrohfeldern vorbei fährt. Viele der Plantagen dienten auch als Kulissen für bekannte Filme. Die „Evergreen Plantage“ war zum Beispiel Location für „Django Unchained“. Außerdem habe ich die „Oak Alley Plantage“ aus „Interview mit einem Vampir“ besucht. Dort war ich einerseits beeindruckt vom Gebäude und den riesigen Eichen an der Allee, aber auch betroffen, als ich an den ehemaligen Sklavenunterkünften vorbei lief.

Wenn ihr richtiges Südstaatenflair sucht, seid ihr in New Orleans und Louisiana auf jeden Fall bestens aufgehoben!

2 Antworten zu “USA – Unterwegs in Louisiana”

  1. Stefanie Smit-Lemmen sagt:

    Klasse!

  2. Rudolf Louven sagt:

    Sehr schöner Bericht, der sofort Appetit mach auf dieses schöne Reiseziel!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.